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Interkulturelles Training und… SMAP

Vorsicht! Ernstes Thema (siehe Bild)! Was hat Kimura Takuya mit Yamato-Damashii zu tun? Warum ist das Ende der berühmtesten japanischen Boy-Band SMAP auch für Gastschüler in Japan äußerst interessant? Das alles, aber eigentlich viel mehr, war Inhalt des interkulturellen Trainings neulich in Berlin. Die Vorbereitung meinerseits ist nun abgeschlossen und in den nächsten Monaten werden sich 15 deutsche Schüler in Richtung Japan aufmachen. Da alle wichtigen Themen behandelt sind und der Finger auch auf unangenehme Stellen gelegt wurde, liegt es jetzt an ihnen, die verbleibende Zeit zu nutzen. Ich hoffe sehr, dass mein Training bei den Teilnehmern nachhallt und die Sinne für die großartigen Lernmöglichkeiten dort drüben geschärft wurden. Denn eins ist klar: Tatsächlich in Japan zu leben, rückt alle in Deutschland gesammelten Vorstellungen in ein neues Licht. Aus einem Hobby wird eine reale Lebenserfahrung. 

Wie schwer ist Japanisch wirklich?

„Nicht reden, Suwo“, sagte er. „Heute abend wünschen denken.“ (John Blackthorne, S. 421)   Die gute Nachricht ist: Asiatische Sprachen sind gar nicht soo schwer. Japanisch, Koreanisch, Chinesisch… kannst du lernen! Es geht. Es gibt genug wandelnde Vorbilder da draußen, die das bewiesen haben. Ich, zum Beispiel, bin geradezu umzingelt von solchen Exemplaren. In meinem Freundeskreis gibt es so viele Japanischkenner und -könner, dass ich schon überlegt habe, ihn zu wechseln. Ich brauche unbedingt mehr Freunde, die schlechter sind als ich!! Heutzutage scheint es bei den jungen Leuten auch kaum noch Berührungsängste zu geben. Geradezu „respektlos“ schmeißen sie mit japanischen Begriffen um sich, texten sich sogar auf japanisch und wünschen sich morgens „Ohayou!“ und abends „Oyasumi!“ Und das, obwohl sie normale Schüler sind und noch nie in Japan waren. Der Austausch und die Informationsflut ist dank Internet enorm. Sowas gab es bei uns früher nicht! Nicht bei uns! Wir hatten noch Ehrfurcht. Unsere Quellen waren nicht das Internet oder Comics. Wir hatten andere Vorbilder. John Blackthorne zum Beispiel. Und der hat sich noch so richtig quälen müssen. …

Fettnäpfchen? Tritt doch einfach mal rein!

Möchtest du gerne Tipps, um in Japan erfolgreich die schlimmsten Missgeschicke zu umschiffen? Ganz ehrlich: Ich weiß etwas Besseres! Viele Teilnehmer meiner interkulturellen Trainings erwarten eine Art Gebrauchsanweisung: „Ich möchte wissen, wie ich in Japan Fettnäpfchen vermeiden kann.“, höre ich sehr oft. „Was darf ich machen, was nicht?“ Der Wunsch nach konkreten Verhaltensanweisungen ist groß, aber ich erfülle ihn in den meisten Fällen nur ungern. Nicht weil ich grundsätzlich gemein bin, sondern weil die Konzentration auf die „Dos and Don´ts“ Risiken birgt.

Sommer in Asien? Bleib trotzdem cool!

Diese Hitze! Der Sommer 2018 war so heiß und trocken, dass ein riesiger Baum direkt vor meiner Nase plötzlich umkippte. Stell dir das mal vor! Ehrlich, es war so, als ob die Realität einen Riss bekäme, als ob die Wahrnehmung mir einen Streich spielen würde. Es hat schon etwas Epochales, wenn ein Baumstamm so von alleine auseinander bricht und tot auf die Erde kracht. Nun ist er vorbei, der Sommer 2018. Plötzlich wurde es kälter und schon hustet und schnieft es um mich herum. Kaum vorstellbar, aber vor wenigen Wochen hatten wir einen Sommer, der den Namen auch verdiente.