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Terrace House

こんばんは。テラスハウスは見ず知らずの男女6人が共同生活する様子をただただ記録したものです。用意したのはステキなおウチとステキな車だけです。台本は一切ございません。はい! Um es vorwegzunehmen, ich liebe Terrace House. Für alle, die Japanisch lernen und möglichst authentische Situationen und Gespräche studieren möchten, gibt es nichts besseres. Das Prinzip dieser Realityshow ist schnell erklärt: Sechs junge Leute, drei Frauen und drei Männer, leben gemeinsam in einem seehr komfortablen Haus und werden dabei gefilmt. Das ist eigentlich alles. Kommt uns das bekannt vor? Na klar! Weltweit gab es bereits die ein oder andere Version dieses Konzeptes und in Deutschland lief und läuft eine besonders tolle Variante! 24 Stunden Videoüberwachung und ein Haufen selbstdarstellerischer Idioten, eingepfercht in einem Container? So ist Terrace House nicht!

Ein normaler Flug nach Japan?!

Die Anreise verlief angenehm glatt. Ausreichend Zeitpuffer eingeplant, sind meine Frau und ich entspannt in den Flieger gestiegen. Wieder ausgestiegen sind wir eher als schlechte Kopie unserer Selbst. Eine merkwürdige Transformation zum Zombie, die da irgendwo zwischen Russland und der Mongolei passiert sein muss. Einmal würde ich es gerne schaffen, fit aus dem Flieger zu steigen.

Der fremde, ferne Osten

Ich erlebe es an mir selbst und beobachte es bei anderen. Bei der Begegnung mit einer ungewohnten Kultur fallen mir zuerst die Unterschiede auf.

Diese Unterschiede warten ja auch förmlich an jeder Ecke auf mich: Im koreanischen Studentenwohnheim, in dem es eine Sperrstunde gibt (nach zehn kein Einlass mehr, es sein denn, man bettelt den dienstführenden Aufseher an), an der japanischen Supermarktkasse, an der meine Produkte sorgsam für mich eingepackt werden, oder an der koreanischen Ampel, die, einmal auf rot gesprungen, mir kaum Zeit lässt, das rettende Bürgersteigufer zu erreichen.

Die Macht des Mangas

Falls du dich je gefragt haben solltest, wer den modernen Buchdruck erfunden hat, es war nicht Johannes Gutenberg! Zu dieser Erkenntnis musste ich während meines Koreanistikstudiums kommen. Ich habe nie danach gefragt und dennoch eine Antwort bekommen. Einige Koreaner, mit denen ich Sprachaustausch machte, belehrten mich gerne, dass in Korea bereits 1377, also fast acht Jahrzehnte vor Gutenberg, eine vergleichbare Druckkunst entstand. Dieser Vorsprung schien von Bedeutung zu sein. Vielleicht kennst du das auch. Im Umgang mit einer anderen Kultur spielen Selbstverständlichkeiten plötzlich keine Rolle mehr. Zumindest ist nicht immer klar, was selbstverständlich ist. Das kann man doof finden oder faszinierend. Neutral betrachtet ist es einfach eine Frage der Perspektive. Die unterschiedliche Wahrnehmung von Normalität ist auch nicht das eigentliche Problem. Es gibt etwas Anderes, etwas, das uns auf viel tieferer Ebene berührt und unsere persönlichen Grenzen in interkulturellen Begegnungen setzt: Das Gefühl von Identität. Und das hat erstaunlich viel mit Mangas zu tun.