Kultur
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(Asiatische) Kultur? Warum und wie ich sie liebe!

Kultur?

Es gibt tausendundeine Definition von Kultur.

Klar ist: Kultur ist nicht Natur. Sie ist von Menschen erschaffen.

Etwas kultivieren bedeutet auch Ackerbau betreiben. Der Boden wird bearbeitet und gepflegt, sodass aus ihm etwas wächst, hoffentlich etwas, das uns nährt und bereichert.

Kultur ist eben viel mehr als nur der Feuilleton in der Zeitung. Sie gibt dem Menschen Identität, Werte und Erinnerungen. Sie durchdringt damit alle Bereiche. Sie drückt sich aus, wenn wir sprechen. Sie versteckt sich in unseren Glaubenssätzen. Sie hofft darauf, von Gleichgesinnten wiedererkannt zu werden. Sie bestimmt sogar unseren Umgang mit der Zeit und beschwert sich furchtbar, wenn sie ignoriert und übergangen wird.

Ich habe mir Kultur früher einfacher vorgestellt. Doch da kannte ich eigentlich nur die meine und auch der war ich mir nicht bewusst. Eigentlich dachte ich sogar, dass ich kein typisch Deutscher wäre, bis ich dann in Südkorea lebte und mir ein Spiegel vorgehalten wurde. Naja, die meisten Koreaner hielten mich für einen Italiener oder Franzosen (normalerweise für Jean Reno), doch ich wusste, dass das nicht stimmte.

Kultur hat also viele Seiten und noch mehr Tiefen.

Aber ehrlich gesagt: Ich liebe doch den Feuilleton.

Ich liebe diese Früchte des Ackerbaus, die man genießen kann, seien sie nun trivial oder nicht.

Die klitzekleine Jazz-Bar in Seoul oder Fukuyama zum Beispiel. Oder das Künstlerviertel in Onomichi, das Hamburgerrestaurant in Takayama. Diese Orte verströmen so viel mehr Kultur als jedes Möchtegern-Klischee, das sich so gerne als Kultur verstanden wissen will. Oder die Schifffahrt von Shimonoseki nach Busan, die schon so viele Reiseschriftsteller vor über hundert Jahren gemacht haben und deren Gefühl ich nachempfinden wollte. Deshalb bin ich den gleichen Weg gegangen und habe dabei so viel mehr Erinnerungen gespeichert als an jede „Sehenswürdigkeit“, die mir eigentlich fremd blieb.

Ein Traum von mir: Ich möchte einmal die gleiche Busreise machen, wie der Hauptdarsteller aus Haruki Murakamis Buch „Kafka am Strand“. Das ist für mich gelebte und geliebte Kultur!

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